Geschäftsvorfall suchen, wie z.B.: Abschreibung

Innergemeinschaftliche Lieferung an Abnehmer ohne USt-IdNr., in Deutschland steuerpflichtig

Eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung (§ 4 Nr. 1b UStG i.V.m. § 6a UStG) ist nicht gegeben, wenn der Abnehmer gem. § 3c Abs. 2 UStG

  • nicht zu den in § 1a Abs. 1 Nr. 2 UStG genannten Personen gehört (wenn er also beispielsweise Privatperson ist) (§ 3c Abs. 2 Nr. 1 UStG) oder
  • ein Unternehmer ist, der nur steuerfreie Umsätze ausführt, die zum Ausschluss vom Vorsteuerabzug führen (§ 3c Abs. 2 Nr. 2a UStG) oder
  • ein Kleinunternehmer ist, der nach dem Recht des für die Besteuerung zuständigen Mitgliedstaates von der Steuer befreit ist oder auf andere Weise von der Besteuerung ausgenommen ist (§ 3c Abs. 2 Nr. 2b UStG) oder
  • ein Unternehmer ist, der nach dem Recht des für die Besteuerung zuständigen Mitgliedstaates die Pauschalregelung für landwirtschaftliche Erzeuger anwendet (§ 3c Abs. 2 Nr. 2c UStG) oder
  • eine juristische Person ist, die nicht Unternehmer ist oder die den Gegenstand nicht für ihr Unternehmen erwirbt (§ 3c Abs. 2 Nr. 2d UStG).

Die in § 3c Abs. 2 Nrn. 2a -d UStG genannten Abnehmer dürfen dabei die sog. Erwerbsschwelle nicht überschreiten und auch nicht auf ihre Anwendung verzichten. Die Erwerbsschwelle beträgt gem. § 1a Abs. 3 Nr. 2 UStG 12.500 EUR.

Liegen die Voraussetzungen des § 3c Abs. 2 UStG vor, so gilt die Lieferung als dort ausgeführt, wo die Versendung oder Beförderung endet (§ 3c Abs. 1 UStG). Die Lieferung ist daher im anderen Mitgliedstaat der Umsatzsteuer zu unterwerfen. Wird die sog. Lieferschwelle des jeweiligen Mitgliedstaates gem. § 3c Abs. 3 S. 2 Nr. 2 UStG allerdings nicht überschritten, so ist § 3c Abs. 1 UStG nicht anzuwenden. Das bedeutet, dass der Umsatz in Deutschland steuerpflichtig ist.

Besonderheiten gelten bei der innergemeinschaftlichen Lieferung von Neufahrzeugen.

Der Erlös wird je nach anzuwendendem Steuersatz auf das Konto „Erlöse aus im Inland steuerpflichtigen EG-Lieferungen 7% USt (SKR03 #8310ff/SKR04 #4310ff)“ oder das Konto „Erlöse aus im Inland steuerpflichtigen EG-Lieferungen 19% USt (SKR03 #8315ff/SKR04 4315ff)“ gebucht.

Alternativ kann auch mittels BU-Schlüssel 12 (bei Steuersatz 7%) oder 13 (bei Steuersatz 19%) in Verbindung mit einem nicht automatischen Erlöskonto gebucht werden.


Geschäftsvorfall

Konten:

Kontenbezeichnung

SKR 03

SKR 04

Erlöse aus im Inland steuerpflichtigen EG-Lieferungen 7% USt

8310-8314

4310-4314

Erlöse aus im Inland steuerpflichtigen EG-Lieferungen 19% USt

8315-8319

4315-4319

Gewährte Skonti aus im Inland steuerpflichtigen EG-Lieferungen 7% USt

8746

4746

Gewährte Skonti aus im Inland steuerpflichtigen EG-Lieferungen 19% USt

8748

4748

Umsatzsteuer aus im Inland steuerpflichtigen EG-Lieferungen

1777

3807

Umsatzsteuer aus im Inland steuerpflichtigen EG-Lieferungen 19%

1778

3808

Konten

Buchungsbeispiel
Kurzbeschreibung des Buchungsfalles:

Lieferschwelle nicht überschritten

Rechnungsausgang

Ein deutscher Unternehmer liefert Möbel zzgl. deutscher Umsatzsteuer an eine französische Privatperson. Der deutsche Unternehmer hat die Lieferschwelle nach Frankreich nicht überschritten.

Hinweis zur Lieferschwelle: Es wurden keine verbrauchsteuerpflichtigen Waren geliefert. Da die Lieferschwelle nach Frankreich im Vorjahr nicht überschritten wurde und voraussichtlich im laufenden Jahr nicht überschritten wird, muss der Steuersatz des Ursprungslandes (in diesem Fall Deutschland) angesetzt werden.

Kontierungsvorschlag:

  • SKR 03

    Soll
     
    Haben

    10000-69999

    Debitor

    an

    8315

    Erlöse aus im Inland steuerpflichtigen EG-Lieferung 19% USt

  • SKR 04

    Soll
     
    Haben

    10000-69999

    Debitor

    an

    4315

    Erlöse aus im Inland steuerpflichtigen EG-Lieferung 19% USt

Buchungsbeispiel/Kontierungsvorschlag