Geschäftsvorfall suchen, wie z.B.: Abschreibung

Innergemeinschaftliche Lieferung an Abnehmer mit USt-IdNr., steuerfrei

Innergemeinschaftliche Lieferungen sind nach § 4 Nr. 1b UStG i.V.m. § 6a UStG steuerfrei, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Der Unternehmer oder der Abnehmer hat den Gegenstand der Lieferung in das übrige Gemeinschaftsgebiet befördert oder versendet.
  • Der Abnehmer ist
    • ein Unternehmer, der den Gegenstand der Lieferung für sein Unternehmen erworben hat,
    • eine juristische Person, die nicht Unternehmer ist oder die den Gegenstand der Lieferung nicht für ihr Unternehmen erworben hat oder
    • bei der Lieferung eines neuen Fahrzeuges auch jeder andere Erwerber.
  • Der Erwerb des Gegenstandes der Lieferung unterliegt beim Abnehmer in einem anderen Mitgliedstaat den Vorschriften der Umsatzbesteuerung.

Voraussetzung für eine steuerbefreite innergemeinschaftliche Lieferung ist weiterhin der Nachweis, dass die Geschäftspartner Unternehmer sind. Aus diesem Grund muss die USt-Id.Nr. beider Geschäftspartner auf der Rechnung ausgewiesen sein (§ 14a Abs. 3 UStG). Auf der Rechnung muss ein Vermerk sein, dass es sich bei der Lieferung um eine „steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung“ handelt (Abschn. 14a.1 Abs. 2 UStAE).

Weiterhin muss der Nachweis geführt werden, dass der gelieferte Gegenstand tatsächlich ins übrige Gemeinschaftsgebiet gelangt. Dies kann durch die sog. Gelangensbestätigung gem. § 17a UStDV oder mit allen anderen geeigneten Belegen geschehen (Abschnitt 6a.2 Abs. 6 S. 7 UStAE; BMF, Schreiben v. 16.09.2013).

Mit Urteil vom 20.10.2016 hat der EuGH entschieden, dass die Umsatzsteuerfreiheit für eine innergemeinschaftliche Verbringung nicht mit der Begründung versagt werden kann, dass der steuerpflichtige Unternehmer keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Bestimmungslandes vorlegt. Voraussetzung für die Umsatzsteuerbefreiung ist jedoch, dass keine konkreten Anhaltspunkte für eine Steuerhinterziehung bestehen, dass der Gegenstand tatsächlich in einen anderen Mitgliedsstaat verbracht wurde und dass auch die übrigen Voraussetzungen für die Steuerbefreiung vorliegen (EuGH, Urteil v. 20.10.2016, AZ C-24/15, HFR 2016 S. 1157).

Der Erlös wird auf das Konto „Steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferungen § 4 Nr. 1b UstG (SKR03 #8125/SKR04 #4125)“ gebucht.

Alternativ kann auch mittels BU-Schlüssel 11 in Verbindung mit einem nicht automatischen Erlöskonto gebucht werden.


Geschäftsvorfall

Konten:

Kontenbezeichnung

SKR 03

SKR 04

Steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung § 4 Nr. 1b UStG

8125

4125

Gewährte Skonti aus steuerfreien innergemeinschaftlichen Lieferungen

8743

4743

Konten

Buchungsbeispiel
Kurzbeschreibung des Buchungsfalles:

Ein deutscher Unternehmer liefert Waren an einen französischen Unternehmer.

Voraussetzung für eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung von Waren ist u.a. der Nachweis, dass die Geschäftspartner Unternehmer sind. Aus diesem Grund muss die USt-IdNr. beider Geschäftspartner auf der Rechnung ausgewiesen sein. Auf der Rechnung muss ein Vermerk sein, dass es sich bei der Lieferung um eine „steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung“ handelt.

Kontierungsvorschlag:

  • SKR 03

    Soll
     
    Haben

    10000-69999

    Debitor

    an

    8125

    Steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferungen § 4 Nr. 1b UStG

  • SKR 04

    Soll
     
    Haben

    10000-69999

    Debitor

    an

    4125

    Steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferungen § 4 Nr. 1b UStG

Buchungsbeispiel/Kontierungsvorschlag